3d small people - clockDie beiden Begriffe Zeitmanagement und Worklife-Balance werden seit Jahren fast inflationär im Management benutzt, obwohl sie inhaltlich total falsch sind. Denn niemand ist in der Lage Zeit zu managen. Zeit ist eingeteilt in Einheiten von Jahren, Monaten, Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden. Diese Einheiten lassen sich nicht verändern. Niemand kann z.B. eine Stunde verlängern oder verkürzen. Man könnte natürlich die Einheiten anders definieren und auch eine Stunde mit 100 Minuten festlegen, aber am Ablauf der Zeit würde das überhaupt nichts ändern. Zeit ist eine konstante Größe und das seit Erschaffung der Welt.

Also ist der Begriff Zeitmanagement in sich falsch, weil niemand die Zeit, sondern nur sein eigenes Verhalten innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit managen kann.
Eigentliche müsste man die sogenannten „Zeitmanagement“ Seminare in „Verhaltensmanagement innerhalb der Zeit“ Seminare umbenennen, aber das klingt sehr holprig.

Bei dem Begriff Worklife-Balance ist es noch viel schlimmer. Denn kann man arbeiten ohne nicht gleichzeitig auch zu leben? Leben ist ebenso ein dauerhafter Zustand der nur durch den Tod abgeschlossen wird. Wer also arbeitet, lebt auch. Eine Arbeits-Lebens Balance ist per Definition ausgemachter Quatsch.
Der Begriff könnte eher lauten: Arbeitszeit- und Freizeit Balance oder sonst irgendwie, um auszudrücken, dass es einen Unterschied zwischen den Dingen gibt.

Das Verhaltensmanagement innerhalb einer Zeiteinheit und die Balance zwischen Arbeitszeit und Freizeit, kommt der Sache näher und ist durchaus ein tiefgreifendes Thema, denn es betrifft den ganzen Menschen. Daher plädiere ich eher für einen Gesamtbegriff wie z.B. Lebensmanagement. Denn das ist es im Grunde genommen auch. Wie gestalte ich innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit meinen Alltag, sei es im Beruf und in der Freizeit.
Jetzt kommen neue Elemente hinzu wie z.B. welcher Verhaltenstypus nach dem DISG Modell sind wir? Wie ist unsere Arbeitseinstellung, was sind unsere Werte und was ist uns besonders wichtig im Leben? Da wissen wir, dass z.B. dominante Menschen gerne die Zeit anhalten würden, damit sie innerhalb der Zeit noch mehr erledigen können. Bei initiativen Menschen besteht die Gefahr, dass sie gleichzeitig immer mehrere Bälle in der Luft haben und daher wesentliche Dinge nicht rechtzeitig fertig werden. Stetige Menschen lieben gleichmäßige und feste Abläufe, weil sie dann das Gefühl von Sicherheit empfinden.
Bei gewissenhaften Menschen ist nie genug Zeit vorhanden, um wirklich allen Details und Informationen nachzugehen und somit die höchstmögliche Qualität zu sichern. Der Umgang mit der Zeit ist sehr unterschiedlich und kann nicht generalisiert werden. 

Unternehmen geht es darum, dass ihre Mitarbeiter die bezahlte Zeit effektiv und effizient nutzen, dh. dass sie die richtigen Dinge tun und das in der kürzest möglichen Zeit.
Für Arbeitnehmer steht dagegen weniger die Arbeit an sich im Vordergrund, sondern was bekomme ich für meinen Zeiteinsatz und finde ich darin auch eine innere Befriedigung.

Wenn also ein Unternehmen ein „Zeitmanagement“ Seminar anbietet, muss es bereit sein, auch die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu berücksichtigen, denn diese können diametral zu den Unternehmensinteressen sein. Und für jeden Mitarbeiter sieht sein Umgang mit der Zeit anders aus. Denn es geht letztlich um das eigene Lebensmanagement und da ist die Arbeitszeit nur ein Teil davon. Kluge Unternehmen haben deshalb ein Werte-Programm, um genau diese Fragestellungen zu erfassen. 
Wer also ein seriöses Seminar zum Thema anbietet, darf nicht bei der reinen Arbeitszeit stehen bleiben, sondern muss die individuellen Aspekte jedes einzelnen berücksichtigen. Mein persönliches Zeitmanagement ist oft geprägt von der jeweiligen Situation in der ich mich gerade befinde und lässt sich daher nicht immer in starre Regeln fassen. Es gibt ein paar Leitplanken die wir brauchen und die uns helfen und deshalb finde ich Seminare zum  Thema sehr hilfreich, insbesondere für Berufsanfänger.
Jedoch würde es mir gefallen, wenn die Begriffe dazu eindeutiger wären. Ich kann verstehen, dass Unternehmen sich scheuen ihren Mitarbeitern ein „Lebensmanagement“  Seminar zu verordnen, denn das klingt dann nach zu starker Einflussnahme auf das Privatleben. Es wäre aber auf jeden Fall ehrlicher.

Unser Produkt zum Thema Zeit lautet auch deshalb Time Mastery Profil, weil es um das Meistern der zur Verfügung stehenden Zeit geht.

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