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DISG und Social Media

Es ist immer wieder spannend zu sehen, welche Menschen ihre Bilder in Facebook und Co veröffentlichen. Die Frage die mich beschäftigt ist, warum tun sie es und was für Menschen sind sie? Ich bin begeisteter DISGianer und deshalb habe ich mal meine Kontakte gedanklich gecheckt und mit den DISG Typen verglichen. Meine Wahrnehmung, und das ist wirklich statistisch überhaupt nicht verifiziert, sondern eine rein subjektive Sache, hat mich zu folgendem Ergebnis gebracht.

Dominante Menschen sind jederzeit in der Lage Beziehungen zu bauen, aber sie suchen sich ihre Kontakte bewusst aus. Sie würden niemals ohne ein bestimmtes Ziel einfach nur einen Facebook Account anlegen. Ihre Kommunikation face to face ist in der Regel zielorientiert, da sie eher distanziert sind. Also wenn kommunizieren, dann mit einem bestimmten Zweck. So habe ich in meinem Bekanntenkreis dominante Facebook Nutzer die ganz gezielte Posts und Bilder absetzen. Niemals willkürlich und rein aus Spaß, sondern immer mit einem bestimmten Zweck.
Initiative Typen sind wirklich klassische Facebook User, sie posten alles und mit möglichst vielen Bildern. Sie sind meinstens unbekümmert, weil das Medium hauptsächlich dazu da ist, mit Menschen in Kontakt zu bleiben. Für einen initiativen Typen sind Kontakte zu möglichst vielen Menschen eine Art Lebenselixier, weil es im analogen Leben ebenso ist. Da sie viel optimistischer als andere sind, sehen sie auch weniger Gefahren. Sie liken viel schneller und bestätigen auch schneller Anfragen zur Kontaktaufnahme.
Bei stetigen Menschen sieht das schon etwas anders aus. Auch sie lieben es zu kommunizieren, aber dann bitte mit einem engeren Kreis von Menschen, die man auch privat sehr gut kennt. Sie zehren auch von den Infos die sie übers Netz bekommen, brauchen dazu noch die analoge Welt. Ihre Kontakte sind ausgewählter und mit weniger affektierten Sachen geschmückt. Sie legen auch im Netz wert auf Seriosität und gegenseitige Wertschätzung.
Die gewissenhaften Menschen sind wohl am vorsichtigsten kritischsten hinsichtlich Veröffentlichung von privaten Bildern und Posts. Sie nutzen Facebook auch als Informationsquelle, glauben aber nicht gleich alles was drinnen steht. Da sie sehr distanziert sind, werden sie weitaus weniger Kontakte aufweisen, als die anderen drei Typen. Sie gehen sehr selektiv vor und geben Infos nicht so schnell preis.
Ich behaupte, dass wenn alle Facebook User G-Typen wären, hätte Facebook nie diese Popularität erreicht. Mark Zuckerberg müsste noch heute alles selbst programmieren.
Ich muss dazu sagen, dass ich nicht wirklich zur Facebook Generation gehöre und selbst auch nur etwas poste, wenn es für meine Arbeit einen Sinn macht. Deshalb habe ich auch einen getrennten Firmenaccount. Die meisten meiner Kontakte sind also auch eher im etwas gesetzteren Alter angesiedelt. Bei jüngeren Menschen, nämlich der Facebook Generation kenne ich mich nicht so sonderlich gut aus, weil hier Facebook auch einen völlig anderen Stellenwert hat. Wer hier seinen Bekanntenkreis hat, wird voraussichtlich ähnliche Beobachtungen machen können.
Leider gibt es keine Möglichkeit das mal durch eine Studie zu verifizieren. Wer selbst seinen DISG Typ kennt, kann sein Facebook Verhalten selbst überprüfen und sich fragen, warum er darin Stunden soviel Zeit verbringt.
Grundsätzlich glaube ich, dass wir alle mit den Jahren ein ebenso entspanntes Verhältnis zu Social Media bekommen, wie es beim Radio und Fernsehen auch schon ist. Früher hat man nie genug Fernsehen können und dürfen und heute sucht man sich ganz gezielt Sendungen aus, oder macht die Kiste schon gar nicht mehr an, weil es zu seicht und zu oberflächlich geworden ist.